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Reisebericht Nicaragua

Ziel der Reise nach Nicaragua war es, ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Kaffeeanbau kennenzulernen. Die Plantagen gehören State Street Coffee, dem sechstgrößten Kaffee-Produzenten, der auf einer Fläche von ca. 1.200 Hektar Arabica Kaffee in verschiedenen Varietäten, in Höhen von ca. 800 bis 1.200 Metern anbaut. Der neue Besitzer hat 60 Millionen Doller in den Kauf und den Ausbau der Plantagen investiert. Organisiert wird die Reise vom „Instituto Espanòl de Cafè“. Nicaragua grenzt an Costa Rica und Honduras und liegt zwischen dem Pazifik und der Karibik.

Das Klima ist in flachen Gebieten und im Regenwald tropisch und im Hochland, das bis 1.600 Metern reicht, subtropisch. Nicaragua ist das zweitärmste Land von Lateinamerika. Die meisten Leute haben nur das notwendigste zu Essen und leben von Land- und Fischereiwirtschaft. Kaffee ist ein sehr bedeutendes Exportgut. Trotz allem haben uns die Menschen mit ihrer Zufriedenheit, Freundlichkeit und der positiven Ausstrahlung überrascht. 

Eine kleine Gruppe von 7 Personen hat sich schnell zusammengefunden, um den Kurs in Form dieser Reise möglich zu machen.

Freitag 21.01 New York

Wir trafen uns am Flughafen München, von dem wir abflogen. Ziel New York. Zum Glück hatten wir MICHI, einen echten New York Kenner in der Gruppe, der uns die wichtigsten und interessantesten Wahrzeichen New Yorks zeigte. Eine Gruppe von Kaffeeleuten lässt es sich natürlich nicht nehmen, auch alle Coffee Shops zu besuchen, die am Weg liegen. Der beeindruckteste Moment ist dann wohl der Blick vom Empire State Building auf die ganzen Wolkenkratzer von New York. Wuchtig! Sonntag 23.01. Flug nach Houston und Weiterflug nach Managua Nicaragua. Um 21.16 mit 7 Stunden Zeitverschiebung, nach ca. 7 Stunden Flug kommen wir hundemüde, aber glücklich am Flughafen von Managua an. Dort werden wir von Jon Willassen aus Barcelona und Khan aus der Türkei abgeholt. Jon hat die Reise organisiert, Khan ist verantwortlicher Mitarbeiter der Plantagen. In zwei Jeeps erreichen wir nach ca. 2 Stunden endlich unser Hotel das „Saint Thomas Hotel“. Nach einem guten Glas Rum „Flor de Canna“ fallen wir todmüde von der Reise, aber voller Spannung auf den nächsten Tag ins Bett.

Sonntag 23.01. Flug nach Houston und Weiterflug nach Managua Nicaragua.

Um 21.16 mit 7 Stunden Zeitverschiebung, nach ca. 7 Stunden Flug kommen wir hundemüde, aber glücklich am Flughafen von Managua an. Dort werden wir von Jon Willassen aus Barcelona und Khan aus der Türkei abgeholt. Jon hat die Reise organisiert, Khan ist verantwortlicher Mitarbeiter der Plantagen. In zwei Jeeps erreichen wir nach ca. 2 Stunden endlich unser Hotel das „Saint Thomas Hotel“. Nach einem guten Glas Rum „Flor de Canna“ fallen wir todmüde von der Reise, aber voller Spannung auf den nächsten Tag ins Bett.

Montag 24.01 Finca La Nubas, Finca Las-Mandarinas

Nach einem ausgiebigen, für den Ort typischen Frühstück mit (viel) Eiern, Früchten, Toastbrot und natürlich Kaffee brechen wir auf eine lange anstrengende Jeep-Fahrt über holprige Straßen zur FINCA LA NUBAS auf 1.100 m auf. Diesmal fährt uns Viktor Robelo, Chef und Verantwortlicher der Plantagen in Nicaragua und Louis, Sicherheitschef der Plantagen. Die Ernte geht hier schon dem Ende zu. Wir sehen noch, wie die letzten Kaffeebohnen von den Bauern an der Abgabestelle angeliefert werden. Die Kübel werden abgewogen. Jeder Pflücker bekommt seinen Lohn gleich ausbezahlt.
Diese Finca erstreckt sich über 300 ha. Unterm Jahr arbeiten hier ca. 60 Personen, die in Häusern auf der Plantage untergebracht sind. Ein Haus kostet ca. 5000 Dollars. Die Gastarbeiter sind in großen Hallen untergebracht. Immerhin braucht es zur Ernte ca. 1000 Aushilfskräfte! Alle Arbeiter werden auf der Plantage verköstigt. Auf der Plantage werden Pacamara und Caturra Varietäten angebaut.

Weiter geht’s dann zur FINCA LAS-MANDARINAS. Die kleine Farm ist ca. 10 ha groß und produziert ausschließlich BIO Kaffee. Es wird uns vor Augen geführt, wie schwierig es ist mit guter BIO Qualität auch Geld zu verdienen. Immerhin liegt der Ertrag bei zwischen der Hälfte oder einem Drittel einer herkömmlichen Plantage.

Am Nachmittag kommen wir dann zurück auf die Aufbereitungsanlage von La Nubas zurück. Hier wird Kaffee nass aufbereitet. Die Weiterverarbeitung mit Wasser „fully washed“ muss noch am selben Tag stattfinden, da der Fermentationsprozess in der Bohne schon am selben Tag beginnt. Die gewaschenen Kaffees werden nach dem Gärungsprozess auf die Trocken- und Weiterverarbeitungsanlage „Beneficio Sajonia“ gebracht.

Dienstag 25.01 Finca Santa Emilia, Schokoladenmanufaktur

Noch ein wenig müde von den Strapazen vom Vortag, aber voller Neugierde beginnen wir diesen Tag. Auf dem zur FINCA SANTA EMILIA machen wir in Matagalpa Halt, um das „BARISTA DUE“ aufzusuchen. Dort trinken wir den besten Espresso, aber auch Cappuccino vom Feinsten. Hier kann sogar das Muster im Kaffee gewählt werden. Kunststück, wenn ein Barista Champion am Werk ist!
Die Fahrt zur Finca Santa Emilia dauert wie immer wieder eine Weile. Nach der Besichtigung der Anlage sind wir alle sehr beeindruckt. Man führt uns vor Augen, wie einfach es doch wäre die Lage der Kaffeebauern deutlich zu verbessern und den Kaffeeanbau in Einklang mit der Umwelt zu bringen. Hier wurden Häuser für die Arbeiter errichtet. Als Werkstoff dient Bambus und Lehm. Jutesäcke werden als Sichtschutz verwendet. Sogar alte Lasterreifen die aus den Flüssen gefischt werden, kommen als Erosionschutz zum Einsatz. Als Feuerungsmittel verwendet man in speziell entwickelten Herden die Pergamenthaut, ein Abfallprodukt. Eine neue Biogasanlage wurde errichtet um die Gemeinschaftsküche mit Gas zu versorgen. Auch hier müssen wieder über 1.000 Personen ihr Essen erhalten. Besonders angetan hat allen der einfach eingerichtete Kindergarten. Die Kinder können hier während der Erntezeiten betreut werden, wenn die Eltern auf den Plantagen arbeiten. Gleichzeitig können sie dann unterrichtet werden. Besonders Augenmerk wird hier auf den Respekt von Mensch, Tier und Natur gelegt. Den Kindern wird auch das Lesen und Schreiben beigebracht.
Unser Mittagessen nehmen wir im ehemaligem Herrscherhaus ein, das in Zukunft ein wenig umgebaut wird, damit man als Gast auch direkt auf der Plantage wohnen kann.

Am Nachmittag nutzen wir die Zeit einen Abstecher bei „El castillo de Cacao“, einer Schokolademanufaktur zu machen. Für 5 Dollar pro Nase wird uns eine kleine Führung gemacht.

Auf dem Heimweg noch einen Abstecher beim „Barista“ bevor uns noch ein schöner Sonnenuntergang den Abend verschönert.

Besuch in der Schokoladenfabrik
Kakao wird gemahlen
Mittwoch 26.01 Drei Plantagen

Der dritte Tag in Matagalpa ist angebrochen. Wieder geht’s über holprige Straßen Richtung Plantagen. Unser Ziel für heute sind die drei Plantagen Guadelupe, Campinas und La Alianza. Um hohe Transportkosten mit LKW, aber um auch Zeit wegen der Fermentierung zu sparen, werden die Kirschen von den Farmen Guadelupe und Campinas auf schnellem Wege über die neu errichtete Pipeline, nach La Alianza ins Tal befördert.  Auch das ein Vorzeigeprojekt! Das Wasser, das hier verwendet wird, wird vollständig recycelt. Auch hier dient wieder eine Biogasanlage dafür, dass nicht unnötigerweise Holz gerodet wird. Im Gegenteil, es konnten sogar noch Bäume dazu gepflanzt werden, was wiederum dem Kaffee zugutekommt. Auf dieser Farm wird auch das Kirschfleisch zu organischem Dünger weiterverarbeitet.

Valentin Hofer auf seiner Reise nach Nicaragua
Donnerstag 27.01 Kaffeefabrik Sajonia

Für den heutigen Tag steht die Besichtigung der Kaffeefabrik Sajonia auf dem Programm. Sämtlicher Pergamentkaffee der Plantagen landet auf dieser Iso Zertifizierten Anlage. Die angelieferten Säcke werden auf deren Qualität kontrolliert. Getrocknet wird auf den Patios. In der Fabrik wird der Pergamentkaffee entsteint, von anderem Abfall gesäubert, geschält, nach größen Sortiert und wieder ausgesiebt. Letzter Schritt ist die manuelle Aussortierung, die von Arbeiterinnen durchgeführt wird. Dann ist der Kaffee exportbereit.

Im Cupping Labor wird für uns ein Cupping organisiert. Bei diesem verkosten wir mehrere Kaffees der verschiedenen Plantagen.

Die Temperaturen liegen bei ca. 37 °, weshalb sich alle über das anschließende feine Abendessen auf der La Mulina Farm freuen. Auch auf dieser Farm wird fleißig angebaut und gearbeitet. Auch hier soll ein kleines Haus für Besucher errichtet werden. Bei wirklich gutem Essen und kühlem Tona Bier, wird viel über Kaffee geredet. Diesen Abend lassen wir mit reichlich Flor de Canna Rum ausklingen.

Freitag 28.01 Zigarrenfabrik, Strand, Stadt Leon

Für diesen Tag stehen lange Fahrten auf dem Programm. Erstes Ziel, eine Zigarrenfabrik, in der 24.000 Zigarren am Tag produziert werden. Nachdem sich einige mit Zigarrren eingedeckt haben, geht es zurück Richtung Pazifik. Vorbei an Leon hinunter zum Strand. Bei einem köstlichen Mittagessen, barfuß am Strand bei 34° erholen wir uns von der langen Autofahrt. Lange können wir uns allerdings nicht aufhalten, weil schon wieder die Zeit drängt. Ein anstrengender Flugtag steht bevor. Im Städtchen Leon wird noch einmal angehalten und Kaffee getrunken. Gegen 10 Uhr erreichen wir das Hotel. Alle gehen schleunigst zu Bett. Um 2 Uhr werden wir geweckt…

Samstag 29.01 Rückflugtag

Um 7 Uhr starten wir vom Flughafen Managua Richtung Houston, Zwischenlandung New York und weiter nach München. Nach insgesamt fast 15 Stunden Flug, und 3 Stunden Autofahrt erreichen wir am Sonntag Nachmittag total übermüdet unser zuhause.

Gerne erinnern wir uns an ein wunderbares Land mit wirklich netten Menschen. Man bekommt Respekt vor den Menschen die manchmal unter schwierigsten Bedingungen Kaffee anbauen und verarbeiten.

Unser aller Anliegen muss es sein, bei der Wahl von Kaffee nur Spitzenprodukte ambitionierter Kaffeeanbauländer einzukaufen um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dadurch werden Anreize geschaffen, noch mehr auf Nachhaltigkeit und auf die natürlichen Ressouren der Anbauländer zu achten.